Lange hatte ich mich auf dieses Konzert gefreut: Am 26. November 2019 fand die schon monatelang ausverkaufte KIOX-Tour von Kraftklub-Frontmann Felix Brummer aka KUMMER seinen Auftakt im Dynamo in Zürich. Als Support mit dabei war Rap-Newcomerin der Stunde Keke. 

Die Schlange für die Garderobe war leider lang genug, um uns gut die Hälfte des Sets von Keke verpassen zu lassen. Nachdem wir jedoch erfolgreich unsere Jacken abgelegt, im Saal einen passenden Platz ergattert und den Unmut von einigen Konzertmitbesuchern über uns ergehen lassen hatten (vordrängeln wird anscheinend nicht von allen gerne gesehen), ließen wir uns dann doch noch für einige Songs von Keke mitreißen. Die junge Wienerin vermochte mit ihrer schönen Stimme (sie ist übrigens ausgebildete Jazz-Sängerin) zu überzeugen und stimmte das Publikum gut auf die Nachfolgende Show von KUMMER ein. 

Dass Felix Kummer ein großer Lana Del Rey-Fan ist, sollte spätestens nach diversen Interviews zum KIOX-Album klar sein. Dies bewies er auch mit der Wahl des Introsongs: Summertime Sadness ließ das Publikum zum ersten Mal lautstark mitsingen, bevor das eigentliche Konzert überhaupt begonnen hatte.

Nachdem die letzten Töne von Summertime Sadness ausgeklungen waren, erfüllte der Beat von Nicht die Musik den ausverkauften Saal und KUMMER betrat die Bühne. Der gebürtige Chemnitzer gab sich gewohnt sympathisch und publikumsnah. Kein Wunder, dass er so innert wenigen Minuten den Großteil des Publikums in seinen Bann gezogen hatte. So taten sich schon beim dritten Song (Okay) bereits die ersten Moshpits im Publikum auf.

Dass (noch) nicht alle Songs live gleich gut funktionierten, merkte man spätestens bei Es tut wieder weh. Der Auto-Tune-Teil, der dem Song auf dem Album meiner Meinung nach das gewisse Etwas gibt, fehlte in der Live-Version komplett und auch der eine oder andere Texthänger (nicht nur bei diesem Song) schlich sich in Felix’ Performance ein, was er aber gewohnt sympathisch überspielte und stattdessen einfach das Publikum singen ließ.

Etwas schwierig fand ich die darauffolgenden Versionen der Kraftklub-Songs Chemie Chemie, Randale und Schüsse in die Luft. Die wurden nämlich unterlegt mit heftigen Hip-Hop-Beats. Nennt mich ein langweiliges Gewohnheitstier, aber mir wären hier die originalen Instrumentals lieber gewesen.

Nachdem mich KUMMER im eher etwas schwacheren Mittelteil des Konzerts fast ein wenig verloren hatte, neigte sich das Set nach knapp einer Stunde und 15 Minuten langsam dem Ende zu. Meine zwei Lieblingssongs von KIOX gab es anschließend als Zugabe: Bei dir ließ die Masse nochmals komplett eskalieren und Der Rest meines Lebens lud zum Abschluss nochmals zum mitsingen (und mitgrölen) ein.

Alles in allem hat mich der Abend mit Keke und KUMMER wirklich gut unterhalten. Wenn Felix’ vielleicht noch etwas an der Setlist schraubt und die Texte nach einigen Shows etwas besser sitzen, vermag die Show mit Sicherheit noch mehr zu überzeugen.

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