Rap braucht wieder einen Märchenerzähler, rappt Alligatoah im Introsong seines aktuellen Albums Schlaftabletten, Rotwein V, welches im September 2018 erschien. Nun ist besagter Märchenerzähler zurück und liefert 18 Minuten Bonusmaterial als kleines Weinachtsgeschenk in diesem Jahr.

Den Anfang der Zugabe macht Wissen schützt vor Dummheit nicht. Jener Song, welcher vergangenen Freitag bereits schon in unseren Freitagsperlen anzutreffen war. Ruhig, einzig mit Gitarre und simplen Beats begleitet, bietet der Song eine schön ruhige Abwechslung zum sonst (qualitativ sehr hochwertig) durchproduzierten Album.

Auch der zweite von insgesamt vier Songs war schon eine unserer Freitagsperlen. Einer der Top-Kommentare unter dem Musikvideo von Lungenflügel auf YouTube fasst den Song wohl ganz nett zusammen: Noch nie so ‘nen poetischen Song über Kiffen gehört.

Etwas E-Gitarren-lastiger wird es dann wieder bei Monster im Schrankspiegel. Der Song vermittelt einen schönen Kontrast zum vorhergegangenen Reggaebeat.

Inhaltlich handelt der Song davon, dass das lyrische Ich nicht einmal ansatzweise Angst vor bekannten Monstern und angst-einflößenden Charakteren aus Büchern und Filmen hat und sich über sie lustig macht. In der Hook schließt sich die Pointe aber, indem es sagt, dass es einzig und allein vor dem Monster im Schrankspiegel Angst hat, womit natürlich das eigene Spiegelbild, also man selbst, gemeint ist.

Den vierten Song schaut man sich am besten als Video an, denn erst so entfaltet sich die Genialität dieses Kunstwerks. Zurücklehnen und berieseln lassen:

Nach diesen viert Zugaben freue ich mich auf jeden Fall auf weitere Machwerke Alligatoahs und hoffe, dass das nächste Album (und ein längst überfälliges Konzert in der Schweiz!) nicht all zu lange auf sich warten lässt.

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