In der Schweiz zu leben bringt schon einige Vorteile mit sich. Einer davon: Künstler und Bands in kleinen intimen Venues erleben, die in anderen Ländern sonst Clubs mit mehreren hundert Besucher füllen. Das galt auch für das Konzert von Goldroger im ISC in Bern vergangenen Donnerstag.

Keine hundert Leute waren vor der Bühne versammelt, als um 21.15 Uhr (ja, ganz schön spät für ein Konzert an einem Donnerstagabend) dann endlich der Opening-Act YRRRE die Bühne betrat. Dieser vermochte mit seinem knapp halbstündigen Set und seiner lockeren und witzigen Art zu überzeugen.

Dass Goldroger live definitiv etwas auf dem Kasten hat, ist spätestens seit der Live aus der Leere EP klar. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Konzert in Bern.

Einige Minuten nach 22 Uhr ging es dann endlich richtig los. Goldie heizte zusammen mit seinen Produzenten Dienst & Schulter dem Publikum von Anfang an gut ein.

Goldroger verzichtet live absichtlich auf Auto-Tune, was sich bei den ersten paar Songs ein wenig bemerkbar machte. Die höheren Töne wollte seine vielleicht noch nicht perfekt eingewärmte Stimme nicht mitmachen. Das wusste er jedoch gekonnt sympathisch zu überspielen.

Auch sonst bringt sympathisch den Auftritt von Goldroger im ISC ziemlich gut auf den Punkt. Fern ab von jeglichen Hip-Hop-Klischees lieferte Goldie eine großartige Show mit einem guten Mix zwischen Songs vom neuen Album Diskman Antishock und älteren Hits ab. So verging das Set wie im Flug und fand mit Perwoll und Unter Nelken einen gelungenen Abschuss.

Alles in allem war es ein unterhaltsamer Abend, der Lust auf mehr macht. So hoffe ich, dass Goldroger demnächst wieder einen Tourstop in der Schweiz einlegt. Sein selbst erklärtes Ziel: Der Dachstock in der Reithalle in Bern. Ich wäre auf jeden Fall mit dabei…

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